14. November 2017 Nach Skoura

Heute wissen wir noch nicht so genau, wie wir den Tag verbringen werden. Wir haben aber nach dem Frühstück schon mal ein Hotel in Skoura über booking.com gebucht. Ein letzter Blick in die herrliche Palmerie von Agdz

und wir fahren los. Zwischen Agdz und Ouazazate hat es eine Passstrasse, der Blick in die Geröllschluchten ist schon imposant.

So werden übrigens in Marrokko Ziegen transportiert.😆Vornedran sass noch ein Zicklein, dass hier auf dem Bild leider von der Mama verdeckt wird…

Um ca. 10.30 Uhr erreichen wir unser Hotel Ait Ben Hadda in Skoura. Obwohl wir natürlich viel zu früh sind, werden wir herzlich begrüsst. Hier müssen wir nun definitiv unser kläglich eingerostetes Französisch ausgraben😊. Es gibt den obligaten Minztee am Pool. Die Anlage wird von Einheimischen betrieben. Es ist eine renovierte Kasbah auf einem Hügel (Schotterzufahrt) mit wunderschönem Innenhof und Garten! Einfach toll wie schön man hier in Marrokko für wenig Geld wohnen kann!

Wir können unser Standardzimmer in dem einen Kasbah-Turm schon beziehen. Es ist klein, aber fein.

Leider liegt das Hotel nicht direkt in der Palmerie, aber von der authentischen Terrasse aus

hat man einen schönen Blick auf die Kasbah von Skoura, welche wir morgen besichtigen möchten.

Da das mit dem Einchecken jetzt so wunderbar reibungslos geklappt hat, beschliessen wir doch noch in die berühmte Dades-Schlucht zu fahren. Ja, es ist etwas viel Fahrerei und unser Hotelmanager meint dazu nur „Inshallah“😆, aber wir müssen halt einfach die Zeit im Auge behalten und falls nötig zu gegebener Zeit umkehren.

Und ihr werdet sehen, es lohnt sich!

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13. November 2017 Die Palmerie von Agdz

Agdz liegt mitten im wunderschönen Draa-Tal und ist nicht sehr gross. Unser vorgebuchtes Hotel „Rose du Sable“ ist gut ausgeschildert und einfach zu finden. Das Auto stellen wir auf der Strasse davor ab. Der Innenhof mit Minipool ist sehr hübsch und ruhig. Wir haben ein Zimmer mit eigenem Bad im Obergeschoss. Es ist perfekt sauber, nur etwas düster.Die hübsche Terrasse vor dem Zimmer lädt zum Verweilen ein.Wir möchten jetzt aber noch etwas die Gegend erkunden und lassen uns vom sehr korrekten Angestellten des Hauses den Weg in die Palmerie beschreiben. Wir laufen bis zu einer nahegelegenen Kasbah.Dort zweigt ein Weg ab in die Palmerie. Der Spaziergang ist dann wirklich wunderbar. Kühl, still und nur ein paar Bauernfrauen kommen uns entgegen. Die Feuchtigkeit des Bodens wird ausgenutzt und es wird Landwirtschaft betrieben. Besonders schön jedoch ist der Blick in die Palmerie selbst, mit dem Gipfel des Jbel Kissane im Hintergrund! Eines meiner Lieblingsbilder von Marrokko! Wer hätte gedacht, dass wir hier eine solche Naturschönheit entdecken dürfen! Viel zu bald sind wir dann auch schon wieder zurück beim Hotel. Den Rest des Abends verbringen wir auf der Terrasse.Von hier aus kann man ganz gut das Treiben auf dem nahen Platz beobachtenund auch der Blick in die Palmerie zur nahen Kasbah ist ganz idyllisch.Abendessen tun wir dann auch gleich hier im Hotel. Agdz ist weniger touristisch und es hat nicht viele Restaurants in der Stadt zur Auswahl. Das Essen fand ich jetzt aber für den gesalzenen Preis nicht so speziell. Auch wenn das Hotel ganz schön liegt, ist es generell die erste Unterkunft bei der für mich das Preis-Leistungsverhältnis nicht so ganz stimmt. Aber Agdz mit seiner Palmerie an sich, ist ganz klar eine Empfehlung wert!

13. November 2017 Sahara und Fahrt durchs Draatal

Der Wecker klingelt um 6.20 Uhr. Wir haben dank Thermounterwäsche und Mütze trotz Kälte erstaunlich gut geschlafen. Wir stehen auf, wecken noch Jasmin im Zelt nebenan und dann laufen wir auf die nächsthöhere Düne, von der man einen schönen Blick in die Sahara hat. Hinter der Bergkette liegt Algerien.Und so geniessen wir den Sonnenaufgang. Die Stimmung ist sehr schön, wenn auch das Farbenspiel nicht ganz so überwältigend ist, wie wir es in der Namib-Wüste erlebt haben.Es ist still und nach Sonnenaufgang wird es sofort wärmer.Ich hätte es hier mitten in der Wüste noch lange ausgehalten, aber wir müssen zurück zum Camp. Dort wird uns Frühstück und der obligate „Berber Whisky“😊 serviert. Zusätzliche Getränke würde man extra bezahlen. Dann wird zusammengeräumt und die Fahrt mit dem 4×4 zurück nach Mhamid beginnt. Heute wählt unser Driver einen anderen Weg der mir sogar noch besser gefällt als die Hinfahrt, da er vermehrt durch Dünenlandschaft führt.Auf einem Hügel steht ein Schulgebäude für die Nomadenkinder, von der Regierung erbaut. Nur wird es nicht benutzt, es hat nicht funktioniert, keiner kam…🙄 Über Rucola-Felder an vielen Dromedaren vorbei (die übrigens nicht wild sind, sondern alle jemandem gehören), erreichen wir um ca. 10.30 Uhr Mhamid. Im Hotel zahlen wir noch die Unterkunft und die Tour. Jetzt in der Nebensaison hätten wir die Tour sicher nicht vorbuchen müssen, im Gegenteil: Wir hätten den Preis von 85 Euro p. P. wahrscheinlich locker noch um einen Drittel runterhandeln können. Aber sie war wirklich sehr professionell gemacht und die Unterkunft und vor allem die Guides waren klasse, gerne hätten wir ihnen einen grösseren Anteil, als sie höchstwahrscheinlich abkriegen, zukommen lassen! Nachdem wir an die Guides dann wenigstens noch Schweizer Schokolade verschenkt haben (mit etwas schlechtem Gewissen angesichts ihrer schlechten Zähne!😁), fahren wir los. Heute haben wir etwas mehr Zeit für das sehenswerte Draa-Tal. Hier der Fluss (momentan eher ein Rinnsaal), welches das wunderbare Grün in dieser sonst kargen Landschaft hervorbringt.Nach ca. 1,5h Fahrt machen wir im hübschen Garten vom Fibule du Draa in Zagora wiederum Mittagspause und finden jetzt doch auch noch eine Kopie des berühmte Wegweisers, welches vor Jahren den Karawanen den Weg und die Dauer ihrer Reise nach Timbuktu wies.Der nächste Teil der Fahrt zwischen Zagora und Agdz ist dann sicher ein Highlight. Links die Felswand rechts die Palmerie des Draatals mit markanten Felswänden im Hintergrundund vielen mehr oder weniger gut erhaltenen Kasbahs. Wirklich sehr schön! Bald darauf erreichen wir Agdz. 

12. November 2017 Kamelritt in den Sunset

Dann wird es langsam Abend und unsere Kameltour steht bevor. Darauf hatte ich mich besonders gefreut!😀Die Wüstenschiffe sind schon bereit. Michael und ich kriegen die beiden hintersten Dromedare. Alles wird gut festgezurrt.dann gilt es sich gut festzuhalten, unser Guide gibt einen kurzen Befehl und schon befindet man sich rund 2 Meter über dem Boden! Das sieht doch schon ganz professionell aus…😊Dann wird losgeschaukelt. Mir macht es grossen Spass und nach ein bisschen Angewöhnungszeit kann ich mich immer mehr entspannen.Das Schaukeln finde ich recht angenehm, nur wenn es eine Düne runtergeht muss man sich gut festhalten. Die herrliche Landschaft tut ihr übriges dazu!Michael ist etwas weniger glücklich, ihm tut schon nach kurzer Zeit das Hintern weh,😁 zudem hat er ein Dromedar mit einer üblen Verdauung erwischt.So ist er ganz happy, als wir zum Sonnenuntergang absteigen und auf eine Düne klettern. Die Stimmung ist andächtig, bis das Mobiltelefon unseres älteren Tuareg-Kamelführers läutet😃. Unglaublich, der hat hier draussen Empfang! Trotzdem, die Stimmung, die Farben und die Weite ist umwerfend! Die Sonne geht über dem Grenzgebiet zu Algerien als roter Feuerball unter.Danach gibt es kein Pardon, auch geschundene Hintern müssen wieder aufsitzen.😉 Michael und sein ständig rülpsender Kollege😙.Und es geht langsam schaukelnd durch die nun herrliche Stille der Wüste zurück ins Camp. Wir bewundern auf Matratzen vor dem Camp noch den beeindruckenden Sternenhimmel. Dann gibt es Abendessen (Suppe, Ziegen-Tajine und Früchte). Eigentlich wären wir jetzt schon müde, aber es folgt noch ein Abendprogramm. Der junge Mann, der unser Gastgeber ist, ist ein echter Nachkomme der Tuaregs und so wird in der Mitte des Camps ein Lagerfeuer entfacht und dann werden die Trommeln hervorgeholt. Ein älterer Franzose, der heute Abend noch mit seiner Frau zum Team hinzugestossen ist, beherrscht das Trommeln ziemlich gut und so werden spontane Trommel und Gesangs-Sessions abgehalten.Das gehört zur Kultur der Tuaregs. So hat man sich früher (vor den Zeiten des Fernsehens, Radios und Internets) Geschichten erzählt. Wir plaudern noch etwas mit den Guides bis das Feuer erloschen ist und gehen dann schlafen. Es ist jetzt sehr kalt geworden. Wir ziehen alles an, was wir mitgebracht haben inkl. Thermounterwäsche, aber hätten wir uns nicht aneinanderkuscheln können, wir hätten trotzdem gefroren. Die Nacht ist sehr still, nur einmal höre etwas am Zelt kratzen. Was das wohl war? 

12. November 2017 Sandboarden ähm …rutschen😉

Nach so viel süssem Tee und einer kurzen Siesta sind wir gestärkt und los geht’s zum Sandboarden. Neben Jasmin ist jetzt noch ein junges französisches Pärchen zu uns gestossen, die wohl in einem anderen Auto hierher gefahren wurden.Man setzt sich auf das Brettchen und ab geht die Post.Zum richtig stehend Boarden auf dem Brett ist die Düne zu steil und wenn man bedenkt wie weit weg der nächste Notarzt sich befindet, ist es wohl wirklich sinnvoll das sein zu lassen😁! Das Dünen wieder rauf klettern ist echt anstrengend und ich verzichte dankend und mache lieber Fotos dieser herrlichen Dünenlandschaft hier! ln der Ferne sieht man unser Camp. Es ist wirklich genau am Rande der Sandwüste gelegen, was aus logistischen Gründen natürlich sinnvoll ist, wenn man bedenkt dass ja alles dahin gefahren werden muss. In die andere Richtung ist aber nichts als Sand, Sand und nochmal Sand zu sehen! Grandios!

12. November 2017 Erg Chegaga Wüstencamp

Wir kommen in unserem Camp am Rande der Sandwüste Erg Chegaga an und sind erstmal ziemlich überrascht.Ich hatte die günstigste Variante gebucht und was wir hier antreffen, finde ich recht luxuriös. Wir haben ein eigenes Zelt für uns.Und die Innenausstattung lässt sich für in der Wüste also echt sehen!Im angegliederten kühlen Lehmhaus gibt es einen Lunch (verschiedene Salate mit Ei und Fladenbrot). Wow, Gastfreundschaft wird hier wirklich grossgeschrieben!Und natürlich wird wieder „Thé a la menthe“ (hier „Berber Whisky“ genannt😁🤣) serviert. Die Kunst ist es, die süsse Brühe in möglichst hohem Bogen von oben einzuschenken, damit es so richtig schäumt. Ich muss noch etwas üben😉…Sogar ein WC (ziemlich klapprig, aber Western-Style!) und eine Dusche in einem extra Gebäude etwas abseits steht zur Verfügung. Da wir wissen wie kostbar hier draussen Wasser ist, werden wir aber sicher auf eine Dusche verzichten! Auch ein Eselchen wohnt hier. Esel sind in Marrokko wichtige Arbeitstiere und Lastenträger. Leider werden sie oft nicht gut behandelt. Wie auch bei den vielen armselig aussehenden Katzen hier in Marokko kann ich dies nur schwer verdauen…😦 Aber wo es der Mensch schwer hat, hat es nun mal das Tier leider noch schwerer…

12. November 2017 Auf in die Sahara 

Eigentlich könnten wir heute etwas länger schlafen, aber wir sind trotzdem früh wach. Das Programm für unsere gebuchte Wüstentour entspricht hier vor Ort jetzt nicht mehr ganz dem Buchungstext im Internet, welches eigentlich heute Morgen eine Kameltour versprochen hatte. Man könnte jetzt deswegen gut europäisch einen Aufstand machen (welcher nichts bringen würde😉), aber das lassen wir mal, schlussendlich muss für uns das Gesamtpaket stimmen. So gibt es also erst um 9 Uhr Frühstück. Wir packen warme Kleider ein (es soll in der Nacht kalt werden in der Wüste!) und dann geht es mit Jasmin, einer jungen Schweizerin, unserem Fahrer und unserem Guide (dem netten Angestellten von gestern) um 11 Uhr los. Vorher müssen wir aber noch lernen wie man einen Chech, das traditionelle Kopftuch der Beduinen, bindet. Es gibt wohl verschiedene Arten, wie man eine solche Kopfbedeckung binden kann und unsere Variante ist gar nicht so schwer zu erlernen😊. Mit einem 4×4-Landrover geht es jetzt von Mhamid aus mindestens 2,5h über Stock und Stein bis in die richtige Sandwüste namens Erg Chegaga (oder wie die Einheimischen hier gerne scherzen: „Erg Chicago“), unserem Ziel. Vorher kaufen wir in Mhamid genügend Wasserflaschen ein und dann laden wir noch einen 9-jährigen Jungen mit auf, der zu seinem Vater in die Wüste will. Zuerst durchfahren wir einen Wüstenabschnitt, wo noch ein paar Büsche wachsen. Hier hat es auch einige Kamele (nein Korrektur: Dromedare!😉), welche eine Art Rucola fressen.Wir probieren es auch, ja, es schmeckt tatsächlich nach Rucola.😋 Natürlich wird unterwegs auch mal Pause gemacht. Sei es zum Spuren im Sand lesen (war es ein Wüstenfuchs?)mit dem Jungen rumblödeln oder ein Gruppenfoto schiessen. Darf ich vorstellen von links: Jasmin, unser Guide mit dem Jungen und den gefährlich aussehenden „Beduinen“ ganz rechts kennt ihr ja😉…Auch an diesem 5 Meter tiefen Brunnen halten wir kurz, hier ist eine kleine Karawane eben daran ihre Wasservorräte aufzufüllen.Dromedare auf einem Bein sind übrigens nicht verletzt, sondern das ist eine Methode sie am Wegrennen zu hindern. Auf ca. 1/2 Strecke stoppen wir schliesslich in einer grossen Oase und laden den Jungen bei seinem Vater ab.So trocken es hier rundherum ist, in dem Wasserloch hat es sogar Fröschchen.Die Oase hat eine lange befestigte Mauer und gilt als heilig, denn hier hat es Wasser! Sie liegt an der früheren Karawanen-Route nach Timbuktu. Es folgt eine lange karge Steinwüste, welche aussieht wie Mondlandschaft. Unser Guide zeigt und erklärt uns viel. Hier eine Planze, welche auf deutsch „Sodomsapfel“ genannt wird, sie ist hochgiftig. Dann erst um ca. 13.30 Uhr erreichen wir unser Nachtlager am Rande der Sandwüste Erg Chegaga.