1. Oktober 2012 Cottenwood Canyon Road (CCR)

Zuerst sichern wir uns eine Campsite auf dem beliebten Kodachrome State Park Campground. Die Fahrt von Escalante dorthin dauert ca. 1h und wir sind kurz vor 15 Uhr da. Uns wird der Platz Nr. 4 von der Rangerin zugeteilt. Wir sind zufrieden, auch wenn wir noch hätten tauschen können, denn wir finden ein schattiges Plätzchen auf dem grosszügigen Stellplatz, wo wir unser Zelt aufstellen können (2 Stunden später waren übrigens alle Plätze belegt). Nachdem wir ein Sandwich verspeist haben, fahren wir auf die Cottonwood Canyon Road. Diese Offroad-Strecke stand eigentlich bereits 2008 auf unserer To-do-Liste, war aber damals trotz bestem Wetter wegen einem vorherige Flash Flood noch gesperrt. Heute haben wir mehr Glück! Sie gleicht in weiten Teilen einer Autobahn, so schön gegradet ist sie momentan! Der Creek gleich zu Beginn ist total easy zu durchfahren, eher eine grössere Pfütze. Unser kleiner Jeep Liberty meistert dies entgegen unseren Befürchtungen ohne Probleme. Wir halten beim imposanten Grosvenor Arch. Dorthin führt eine kurze Stichstrasse und dann ein kurzer (lustigerweise teilweise geteerter) Fussweg bis zum Double-Arch.Dann fahren wir weiter die Cottonwood Canyon Road (kurz CCR) bis zum spannendsten Teil, wo sich die Strasse den Hang hinab windet durch herrliche Felslandschaft. Leider liegt ein Teil davon bereits im Schatten.Die Felsformationen sind aber echt sehr fotogen und was Besonderes! 

Die Strasse wird dann mit der Zeit landschaftlich etwas langweiliger und so kehren wir wieder um. Auch auf der Rückfahrt gibt es natürlich wieder viele Fotostopps😁… Zurück auf dem Camping im Kodachrome State Park wird gegrillt und der laue Abend genossen. Dies ist die Aussicht von unserem Campground aus. Den Kodachrome State Park hatten wir bereits 2008 auf einer Wanderung erkundet.Hier können wir auch endlich wieder mal unser Geschirr richtig sauber abwaschen und saubere Duschen hat es auch. Das Wasser ist aber so heiss, dass es einem fast kocht…😅 Eine Gruppe etwas weiter weg auf dem Campground veranstaltet noch ein lautstarkes „Chäferfescht“, aber wir sind zu müde, als dass es uns stören würde.😪

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1. Oktober 2012 Lower Calf Creek Falls Trail

Die Nacht war ruhig und angenehm warm. Wir sind wiederum gegen 7 Uhr wach. Nach Frühstück und Zeltabbau fahren wir als erstes zum schönen Visitor Center hier in Escalante. Ein etwas unmotivierter Mitarbeiter bestätigt uns dann aber was wir uns sehnsüchtig erhofft haben: Die Cottonwood Canyon Road ist seit einigen Tagen wieder offen! JUPEEH! Vorher haben wir aber noch etwas Anderes vor. Wir fahren zum Parking am Calf Creek, packen viel zu Trinken ein, zahlen die 2$ Day Use Fee und laufen dann um ca. 10.30 Uhr los. Der Weg führt fast immer ebenerdig schön dem Calf Creek Wasserlauf entlang. Guguseli😊…Nur hat es sehr wenig Schatten und manchmal geht es über Stock und Stein. Gute Schuhe und viel, viel Wasser ist ganz klar von Vorteil! Der Weg ist zwar sehr schön, aber zieht sich auch ziemlich (etwa 3 Miles oneway). Beim 15. Pfosten ist man dann fast da😉… Und was einem hier erwartet ist einfach nur wunder-, wunderschön! Der Lower Calf Creek Fall ist der maleriste Wasserfall den ich je gesehen habe! Diese Farben, einfach eine Pracht! Es hat nur wenige andere Leute da und Michael hüpft sogar noch schnell ins eiskalte Wasser.Der Wasserfall ist höher, als er auf den Bildern aussieht.Jetzt am Mittag ist der Lower Calf Creek Fall voll in der Sonne, dies ist der lange heisse Weg hierher absolut wert! Dieses  Bild hat sich für immer in mein Gedächtnis eingeprägt.Nach ca. einer halben Stunde machen wir uns auf den Rückweg. Diese ca. 1,1/4 Stunde zurück werden nun richtig anstrengend, denn es ist drückend heiss. Schliesslich fahren wir zurück nach Escalante um zu tanken, kühle Getränke und sonst ein paar Kleinigkeiten in der dortigen Grocery zu kaufen. Der Lower Calf Creek Fall ist auf meiner „Top Five Waterfall-Liste“ immer noch ganz oben und die anstrengende Wanderung in der Hitze allemal wert!

30. September 2012 Herbstliche Fahrt nach Escalante

Nach dieser tollen Wanderung fahren wir noch die restliche Strecke der SR95 (jetzt eher unspektakulär) nach Hanksville. Hier wird wieder vollgetankt und ein Burger mit Fries verschlungen. Schliesslich durchfahren wir den Capitol Reef Nationalpark.Wiederum wunderschön, aber hier waren wir schon zweimal 2007 und 2008.

So fahren wir dieses Mal nur hindurch. In Torrey biegen wir ab und nun geht’s in die Höhe. Herrlich diese Laubfärbung!Goldgelbe Bäume wohin das Auge blickt…Am Strassenrand sehen wir eine tote Kuh und etwas weiter ein total eingeschossener Wagen, also Vorsicht! Hier ist alles „Open Range“, das heisst keine Zäune. Nach Boulder folgt der tolle Abschnitt der SR12, welcher gewunden auf einem schmalen Grat entlangführt und bald sehen wir rechterhand den Calf Creek, unser Ziel für morgen. Endlich erreichen wir unser Tagesziel Escalante. Es ist bereits nach 17 Uhr, aber wir wollen trotzdem versuchen im Escalante State Park einen Stellplatz auf dem Camping zu kriegen. Dieser liegt gleich ausserhalb von Escalante an einem kleinen See.Der Ranger kann uns sogar noch einige Plätze zum Auswählen geben und wir nehmen die Nr.8 etwas erhöht an der Felswand.Nach dem Zelt aufstellen und der dringend benötigten Dusche, setzen wir uns nochmals ins Auto und fahren nach Escalante, wo wir uns im „Escalante Outfitters“ eine gute 12inch Pizza leisten. Den Rest lassen wir uns einpacken, das schmeckt morgen vom Grill gleich nochmals lecker!😋 Im Dunkeln gehts dann zurück zum Campground. Als ich den Reissverschluss des Zeltes öffnen will, sitzt genau da eine grosse schwarze Spinne! Nach deren Entfernung (danke mein Liebster😙!) lockt dann nur noch das Kissen. Good night!

30. September 2012 Leprechaun Canyon

Als Nächstes fahren wir die SR95 wieder etwas zurück bis etwa zum Milemarker 28. Es hat linkerhand gleich in der Nähe der Strasse einen Parking unter Cottonwood Trees. Wir sind zwar erst nicht ganz sicher, ob wir hier richtig sind, denn es ist nichts angeschrieben, aber ein paar andere Autos parken bereits hier. Wir folgen dem Wash (dieses Mal in Wanderschuhen!😉) mal mehr mal weniger durchs Gebüsch.Es hat nicht wirklich einen erkennbaren Weg, aber wenn man immer dem Hauptwash und den Fussspuren folgt, kann eigentlich nichts schiefgehen. Nicht verwirren lassen. Es ist recht heiss jetzt zur Mittagszeit, aber wir kommen gut vorwärts. Kurz vor dem Ende verführt links ein Seitencanyon zum Abbiegen, diesen aber links liegen lassen und weiter dem Hauptwash folgen, dann erreicht man schon bald den Canyon.Der erste Teil des Leprechaun Canyon ist sehr eng und für uns bereits nach ein paar Meter (Kopf einziehen) zu Ende, denn Wasser versperrt uns den Weg. Durch dieses knietiefe, mückenverseuchte Wasser wollen wir nicht waten, also laufen wir wieder etwas zurück und dann können wir rechterhand über zwei Steinblöcke auf die Slickrock-Platte steigen. Nun sehen wir den schmalen Canyon-Spalt von oben. Nicht nachmachen😉…Danach geht es sanft wieder hinunter und gleich kommt der spektakulärste Teil des Canyons. Ein weiter, hoher zuerst noch recht offener Canyon mit steilen Felswänden.Hier drin ist es schön kühl und unsere Stimmen hallen. Eine coole Stimmung… wow!Nach ein paar Kehren dann die nächste Überraschung: Der Canyon wird hier nämlich so eng und schmal, dass kaum mehr Licht hineindringt.Ein dunkles schmales Felsband ragt vor uns auf. Und da soll ich durch?So schlimm ist es dann gar nicht, aber auf jeden Fall aufregend. Schliesslich geht es noch ca. 20 Meter weiter, dann ist für Leute ohne Canyoneering-Ausrüstung fertig lustig.Man kann da noch etwas rumkraxeln und die schönen Farbenspiele bewundern.Aber schlussendlich machen wir uns auf den nicht minder spannenden Rückweg.Achtung, Kopf einziehen😉…Ein super und wenig bekannter Slot Canyon, wenn auch etwas kurz! Bei guten Voraussetzungen (Achtung: Flashflood-Gefahr immer vorher ausschliessen!) absolut zu empfehlen!Nur 4 Personen (z.T. mit Canyoneering-Ausrüstung) sind uns begegnet.Wiederum über die Slickrock-Platte oberhalb des weiteren Canyons verlassen wir den Leprechaun Canyon. Der Rückweg durch das schattenlose Wash ist dann etwas anstrengend, aber es hat sich absolut gelohnt!

30. September 2012 Little Egypt Geologic Site

Zwischen Milemarker 20 und 21 biegen wir ab auf den ungeteerten „Bull Creek Pass Trail“. Nach ein paar hundert Meter biegen wir nach Süden (links) ab und erreichen nach ca. 1km den Parking der „Little Egypt Geologic Site“.Wir kennen ja bereits aus einer früheren Reise das Goblin Valley und diese Area hier ist fast ebenso spannend. Es sind vielleicht etwas weniger freistehende Formationen hier zu finden.Wir laufen zuerst ins Tal ganz rechts zu einem recht grossen Hoodoo, der etwas aus der Reihe fällt.Danach halten wir uns links. Viele Steine weisen einen weissen Querstrich auf, der sie sehr fotogen macht.Wie soll ich hier nur wieder die besten Fotos auswählen???Das Mittagslicht ist leider etwas zu intensiv für perfekte Fotos. Michael läuft etwas voraus in einen schattigen Seitencanyon. Er sagte mir später, dass er plötzlich ein eigenartiges Gefühl hatte, dass er vorsichtig sein müsse, und tatsächlich entdeckt er eine kleine zusammengerollte Klapperschlange!Sie ist nur schwer zu erkennen! Was für ein Glück, liess ihn sein Gefühl aufmerksam sein, er hatte nämlich nur seine offenen Sandaletten an! Nach ausgiebigem Bewundern der Schlange treten wir vorsichtig den Rückzug an. Man weiss ja nicht, ob da nicht noch weitere Kollegen von ihm rumliegen. Schliesslich reissen wir uns von diesen tollen Steinformationen los, denn heute wartet noch ein Slot Canyon auf uns! Die Little Egypt Geologic Area ist wirklich ein schöner Abstecher, welcher von der SR95 aus einfach erreichbar ist.

30. September 2012 Utah State Route 95 und Colorado River

Bei kalten Temperaturen und stahlblauem Himmel räumen wir nach dem kurzen Frühstück das Zelt zusammen und fahren los. Mit der Sonne kommt auch die Wärme und wir fahren den Hwy 95 nordwärts. Ein Stück folgen wir noch der Schlucht mit den Natural Bridges. Die Strasse ist bereits hier oft schon sehr fotogen.Dann erreichen wir bei Hite den Lake Powell. Wir biegen kurz ab nach Hite, wer dann aber dort weiterfahren möchte, zahlt eine Gebühr. Wir jedoch folgen weiter der 95 über die Brücke.Man hat eine tolle Sicht auf den Colorado River. Der Pegelstand ist sehr tief.Kurz darauf hat es einen Lookout, läuft man da noch etwas nach vorn, sieht man schön auf Hite und den Lake Powell. Wir haben aber im Moment Gegenlicht. Wer bessere Fotos möchte, müsste wohl Abends kommen.Danach wird die Strassenführung noch schöner! Michael muss ständig anhalten, weil ich noch ein Foto machen will…😁 Zum Glück hat es sehr wenig Verkehr.Die Utah State Road 95 steht somit unserer anderen Lieblingsstrecke hier im Südwesten, der Utah State Road 12, in nichts nach! Ein Road Trip vom Feinsten, unbedingt nochmal fahren!

29. September 2012 Natural Bridges National Monument

Im National Monument angekommen fahren wir gleich auf den Loop und werfen von oben einen Blick auf die Sipapu Bridge (der grösste Steinbogen hier)und die Kachina Bridge. Der Loop ist recht lang und die Fahrt zieht sich.Dann erreichen wir den Trailhead runter zur Owachomo Bridge. Auch diese sieht von hier oben sehr unscheinbar aus und ist fast nicht zu erkennen.Viele fahren nur den Loop und verlassen den Park nach diesen Ausblicken enttäuscht wieder. Unser Tipp: Die Wanderschuhe schnüren, Wasser einpacken und in die Tiefe laufen.Der Trail zur Owachomo Bridge ist der kürzeste und führt nur 50 Meter in die Tiefe. Die Brücke wirkt sehr fragil. Wir hoffen, dass die dünne Bruchstelle, welche man in der Mitte des Bogens sieht, noch ein bisschen hält…🙃Erst von hier unten erkennt man die wahre Grösse und Schönheit dieser natürlichen Felsbrücke! Könnt ihr im Bild unten Michael finden?Es lohnt sich auch unter der Brücke hindurch zu laufen, denn der kleine Flusslauf, dem man bis zu den anderen Brücken entlang weiterwandern könnte, ist ebenfalls sehr fotogen.Unser Fazit: Das Natural Bridges NM lohnt sich unserer Meinung nach nur, wenn man auch gewillt ist, zu mindestens einer der Brücken hinunterzulaufen. Zurück beim Campground haben wir eine Grossfamilie als Nachbarn gekriegt, entsprechend gross ist das Tohuwabohu😉 Wir jedoch sind glücklich, wenn wir ganz einfach ein Feuerchen zustande bringen und etwas Leckeres vom Grill zwischen die Zähne kriegen.Es dauert recht lange bis es dunkel wird und so sind wir dann fast zu müde um noch gebührend den umwerfende Sternenhimmel zu bewundern. Durch die Höhe wird es auch sehr kalt und wir sind froh, dass wir in unsere dicken Schlafsäcke/Steppdecken kriechen können.