6.11.2014 Addo Elephant Nationalpark 1. Tag

Mit Wasser und Fernglas ausgerüstet und den Kameras im Anschlag fahren wir nun zum Gate. Dieses schliesst um 18 Uhr, also müssen wir die Zeit etwas im Auge behalten. Gleich zu Beginn sehen wir ein paar Schildkröten.

Dann Büffel, aber noch ziemlich weit weg (die habe ich am nächsten Tag dann besser vor die Linse gekriegt, näher als mir lieb ist…😃). Speziell hübsch fanden wir diesen zierlichen Vogel hier, ein Paradieskranich.

Dann entzückt uns die Showeinlage eines jungen, übermütigen Zebras. Aber jetz mani nümm…😆

Eine Kuhantilope im Porträt. Nicht die hübschesten Tiere auf dieser Erde😆, aber ganz schön imposant mit ihren spitzen Hörnern.

Hier sehen wir afrikanische Dung Beetle also Mistkäfer, oder auch Pillendreher genannt😆, in Aktion.

Diese faszinierenden Geschöpfe können Mistkugeln, die bis dreimal so gross sind wie sie selbst, vor sich hinrollen. Sie benutzen diese für ihre Brut und sind wichtige Faktoren für das intakte Ökosystem hier. Darum ist es im Park verboten über die grossen Elefantenmisthaufen zu fahren.😊 Grossartig! Elefanten sehen wir auch, aber die sind heute noch etwas zu weit weg. Dafür Zebras ganz nah!

Die Hecken sind im Park relativ hoch, wahrscheinlich sind wir an X-Tieren vorbeigefahren ohne sie zu bemerken. Wenn wir jetzt mal so mit dem Etosha NP in Namibia vergleichen, sind wir heute eher etwas enttäuscht worden, aber wir haben ja noch ein paar Tage Zeit. Pünktlich um 18 Uhr sind wir wieder zurück und gehen im Restaurant essen. Obwohl dieses zur gleichen Kette wie jenes im Tsitsikamma NP gehört, ist es heute geschmacklich und servicetechnisch kein erquickliches Erlebnis. Zurück beim Bungalow setzen wir uns noch etwas auf die Terrasse und beobachten das Wasserloch. Ausser ein paar Gänsen ist jedoch nichts zu sehen. Schade, ist halt Natur, kein Zoo.

Es ist Vollmond und aus dem Bird Hide nebenan dringt lautes Vogelgezwitscher, zumindest dort geht die Party ab.😉 Wir gehen dann bald schlafen, denn morgen ist früh Tagwach. In der Nacht höre ich die Schakale heulen. Auuuuuhhhh….😆

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6.11.2014 Fahrt zum Addo Elephant NP

Ich erwache früh. Auch das Frühstück ist im „Cattle Baron“-Restaurant des Nationalparks ganz in Ordnung. Wir hatten zwar eine neue Service-Angestellte erwischt und so dauerte es halt so seine Zeit, aber was soll’s, wir haben ja Urlaub!😊 Bei diesem herrlichen Wetter heute wären wir ganz gerne noch etwas geblieben um die eine oder andere Wanderung zu unternehmen, aber wir müssen leider los. Auch unser erster Stop beim Big Tree ist wenig ergiebig, da eine Wanderung weg vom Auto mit dem ganzen Gepäck im Kofferraum wohl keine gute Idee wäre. Mist, falsch geplant! Unser Navi zeigt nun 138 km auf der N2 an und wir werfen den Ipod mit Musik an. Nach den Windrädern von Jeffreys Bay biegen wir dann auf eine schmale, einfache Strasse nach Uitenhage ab. Wir bewundern die schöne Kirche

und sind in der Stadt für einmal ganz froh um unser Navi. Am besten folgt man der Beschilderung Richtung Graaf-Reinet. Ausserhalb von Uitenhage nordwärts wollen wir dann eigentlich einer Schotterpiste folgen, welche uns Pam als Abkürzung empfohlen hat, aber wir verpassen sie und wählen dann die nächste Schotterpiste in diese Richtung, welche durch eine grosse Game Farm führt.

Die Piste ist recht gut, wir sehen tolle Kakteen

und Warzenschweine.😊

Dann erreichen wir die Strasse zwischen Kirkwood und dem Addo Elephant NP, mit grossen Zitrusplantagen und einem guten B&B-Angebot. Sicher auch eine sehr schöne Übernachtungsoption, wir jedoch haben im Park direkt gebucht. Nach dem Überqueren eines Bahngleises erreichen wir dann den Eingang des Addo Main Camps.

Bei der Reception erhalten wir schon mal Unterlagen zum Park, aber Einchecken ist erst um 14 Uhr. Wir gönnen uns eine Glace und spazieren etwas durch die Anlage. Dann können wir endlich unseren Schlüssel abholen und unser Bungalow Nr. 2 beziehen.

Wir haben einen super Blick aufs kleine Waterhole (Bungalow Nr. 1 z.B. hat Büsche davor).

Nur liegt unser Sitzplatz in der Anflugsschneise der Schwalben, die sich unter unserem Dach eingenistet haben. Sie fliegen die ganze Zeit knapp über unsere Köpfe hinweg.😄Das Bungalow ist sauber und viel angenehmer als die Oceanette im Tsitsikamma NP, nur riecht es etwas streng.

So, jetzt machen wir uns bereit für unseren ersten Game Drive. Wie sehr hatte ich mich darauf gefreut!

5.11.2014 Abendstimmung im Tsitsikamma NP

Je später der Abend umso schöner die Stimmung hier am Meer!

Sobald die Tagestouristen verschwunden sind, wird es wunderbar ruhig und friedlich.

Die Klippschliefer und wir…

Die Wellen sind absolut gigantisch!

Diese Chalets nebenan sehen auch noch wohnlich aus…

Wir setzen uns bei unserer Oceanette mit einem Glas Wein auf unsere Terrasse.

Familie Klippschliefer guckt uns neugierig an.

Dann tauchen plötzlich rechts von unserer Terrasse zwei Antilopen auf und grasen friedlich. So toll!

Laut der Rangerin, die wir am nächsten Tag gefragt haben, müssten es Blue Duiker sein, dies sei die einzige Antilopenart hier. Ich bezweifle dies jedoch etwas. Für mich sehen die anders aus. Auf jeden Fall ein tolles Erlebnis! Um 18.30 Uhr müssen wir los zum Restaurant. Leider haben wir etwas zu früh reserviert, so verpassen wir den Sonnenuntergang.

Es ist ein Restaurant der Kette „Cattle Grill“. Michael erhält einen Prawns-Avocado-Teller (sehr lecker!) und dann ein Pepper Filet flambiert mit Brandy. Er ist restlos begeistert und schwärmt heute noch davon!😀Auch meine vegetarische Platte mit Mushrooms, Camembert-Rösti-Taler, Frühlingsröllchen und Salat ist wunderbar. Im Dunkeln gehts dann zurück zu unserer Unterkunft.

Schlafen kann ich in dieser Nacht nicht wirklich, denn (wie man auf dem Bild sieht) schlagen die Wellen stetig hart gegen die Felsen vor unserer Terrasse, so dass das Gebäude regelmässig erzittert und das Krachen an Donnerschläge erinnert. Michael hingegen schläft neben mir ungerührt tief und fest😆…

5.11.2014 Tsitsikamma Nationalpark

Wir schnüren die Wanderschuhe und fahren zurück zum Restaurant, wo der Wanderweg „Mouth Trail“ zur Suspension Bridge startet. Zuerst müssen wir aber noch die süssen zahmen Klippschliefer samt Babys bewundern,

die sich direkt vor dem Restaurant auf der Wiese tummeln.

Dann laufen wir los. Wir passieren zuerst ein paar Höhlen mit kleinen Wasserfällen,

dann weiter durch dichten Urwald immer etwas auf und ab auf Holzstegen.

Wir überqueren die längste der drei Brücken.

Die Farbe des Gesteins ist toll.

Wir machen Pause an der kleinen Beach auf der gegenüberliegenden Seite, dann geht es wieder über die Brücke und über zwei kleinere Hängebrücken zurück. Da der Himmel leider bedeckt ist, gelingen keine prächtigen Fotos.

Auf dem Fluss sind Kajakfahrer unterwegs. Das muss zwischen den Steilwänden dieser Schlucht recht beeindruckend sein.

Kaum sind wir zurück beim Trailhead reisst der Himmel doch noch auf und offenbart uns doch noch ein bisschen die Schönheit dieser Küstenszenerie! Und es kommt noch besser…😊

5.11.2014 Oceanette Storms River Mouth

Schliesslich erreichen wir die Abzweigung hinunter zum Storms River Mouth. Nach ein paar Kilometer folgt der Nationalparkeingang, wo wir den Eintritt bezahlen. Die Reception für unsere heutige Unterkunft ist nur ein paar Meter weiter, aber wir können erst um 14 Uhr einchecken. So fahren wir halt schonmal in den Park hinein und reservieren für heute Abend im Restaurant des Parks einen Tisch. Wir erkunden etwas die wilde Küste bei den Unterkünften und entdecken dabei einen kleinen einsamen Pinguin.

Die Wellenbrecher hinter ihm sind echt beeindruckend!

Um 14 Uhr können wir dann unseren Schlüssel für die Oceanette Q abholen. Das Studio ist zweckmässig, aber auch nicht mehr. Hier will man übernachten, nicht wohnen. Das einzige riesige Plus ist die Lage. Man wohnt direkt an der wilden Küste! Wir sind im Parterre, unsere Terrasse geht direkt aufs Meer!

Wir hätten sogar einen eigenen Grill. Der einzige Nachteil ist, dass dir andere Leute natürlich so vor der Haustüre rumspazieren.

5.11.2014 Nature’s Valley und Bloukrans Bridge

Als wir heute erwachen scheint tatsächlich kurz die Sonne, na also, es geht aufwärts😃! Und die Ladys haben für draussen den Frühstückstisch gedeckt, so schön!

Wir können beim Frühstücken in der Bucht einen Delfinschwarm beobachten. Beim Auschecken will der Kreditkartenautomat nicht funktionieren und so zahlen wir schlussendlich in bar. Das ist Pam überhaupt nicht recht und will uns dafür die Wäsche nicht verrechnen. Das wollen hingegen wir nicht und so gibts dann halt ein grosszügiges Trinkgeld für die Ladys. Pam ist sowieso sehr hilfsbereit und empfiehlt uns jetzt auch gleich noch bei der Weiterfahrt einen Schlenker auf der 102 übers Nature’s Valley zu machen. Zuerst fahren wir durch Farmland, dann wird es immer schöner. Wir stoppen an einer hübschen Lagune.

Auf der anderen Seite der Sandbank ist das Meer. Da wir unser ganzes Gepäck dabei haben, können wir nicht zu weit vom Auto weg. Schade, dies wäre der perfekte Ort um etwas zu Wandern und die Seele baumeln zu lassen. Danach fahren wir die Rundstrasse durch das Ferienhausquartier von Nature’s Valley. Warum das nächste Mal nicht ein paar Tage hier verbringen? Auch hier kann man kurz zum Meer runterlaufen.

Das Wetter hat sich gebessert und es scheint die Sonne.

Auf der anderen Talseite verlassen wir nun das herrliche Nature’s Valley wieder und es geht wieder hinauf. Dann hat man einen herrlichen Blick zurück auf’s Nature’s Valley und den Regenwald.

Zwei Baboons mitten auf der Strasse…😊

Dann erreichen wir wieder die N2 und bald darauf die berühmte Bloukrans Bridge. Davor müssen wir noch 40 Rand Gebühr für die Tollroad bezahlen. Diese Gebühr muss bei jeder Durchfahrt erneut bezahlt werden und ist nicht der Nationalpark-Eintritt. Zudem muss sich jeder der auf den Parking der Bridge will, registrieren lassen. Die Brücke ist so berühmt, weil man von ihr aus den höchsten Brücken-Bungeejumping der Welt machen kann.

Wir gucken diesen verrückten Adrenalin-Junkies zu😥, nein, das muss nicht sein!😆 Wir kaufen lieber noch etwas Kudu-Biltong und erfreuen uns an unserem Leben!😉

4.11.2014 Tenikwa Wildcat Project

Unser Schlechtwetterprogramm heisst: Tenikwa Wildlife Awareness Center. In nun trockenen Kleidern fahren wir raus aus Plettenberg Bay weiter östlich nach The Crags, wo wir rechts abbiegen, danach folgt wieder eine Kreuzung. Zu Tenikwa ist hier links auf eine ziemlich schlechte Schotterpiste abzubiegen. Leider öffnen sich, als wir ankommen, gerade so richtig die Himmelsschleusen. Da wir bis zur Beginn der nächsten Tour eh noch etwas warten müssen (sie starten alle 30 Minuten), geniessen wir im Café Kaffee, Tee und Kuchen und bewundern die Karabus, welche auf dem Rasen vor dem Café dem strömenden Regen trotzen. Wir werden von unserem Guide Jakob begrüsst und kriegen zuerst einen fünfminütigen Film über die Institution zu sehen. Bevor es losgeht werden uns noch zusätzliche Regencapes angeboten. Als Erstes sehen wir gleich mein ganz persönliches Highlight: den Caracal!

Einfach ein wunderschönes Tier und mit seinen spitzen Ohren etwas dem Luchs ähnlich! Sie sind an Menschen gewöhnt und somit nicht scheu, aber auch nicht zahm. Meine Lieblings-Wildkatze!

In diesem Wildlife Center werden auch verletzte Tiere wieder gesundgepflegt, damit man sie später wieder auswildern kann, aber diesen Teil des Geländes kann natürlich nicht besichtigt werden.

Als Nächstes folgt das Leoparden-Gehege und wir haben Glück: Trotz strömendem Regen sitzt ein Leopard auf einem Aussichtspunkt und ist wunderbar zu beobachten.

Der Regen scheint ihm nichts auszumachen. Ein herrliches Tier!

Nun besuchen wir die afrikanische Wildkatze. Die mögen dieses Wetter genausowenig wie unsere heimischen Hauskatzen und haben sich unter ihr Häuschen verzogen. Wir dürfen in das Gehege hinein. Auch beim Serval, unserer nächsten Wildkatze ist dies erlaubt. Drei dieser Tiere hat es hier im Gehege, aber nur einer lässt sich blicken.

Den Abschluss bilden die Geparde, die Cheetahs. Hier kommt ein zweiter Guide mit, denn sogar bei denen dürfen wir ins Gehege rein. Die beiden Katzen liegen in ihrem Häuschen vor dem Regen geschützt und sehen aus, als könne sie kein Wässerchen trüben.

Unser Guide beantwortete all unsere Fragen kompetent, ging aber wohl aufgrund des Regens schnell vorwärts. Ich wäre bei jedem Tier ganz gerne noch ein bisschen länger geblieben, aber da ich nicht wusste was noch alles auf dem Programm steht, kam mir meine Schweizer Höflichkeit wiedermal in die Quere. Schlussendlich hatte die Tour dann nur 40 Minuten statt eine Stunde gedauert und auch meine Fotoausbeute war nicht so der Hammer, schade.

Andererseits waren wir wiedermal trotz zusätzlichem Regencape pflotschnass. Das nächste Mal würde sich wohl die extra Fotografie-Tour lohnen und bei schönem Wetter wären die Katzen sicher auch besser zu beobachten. Durch tiefe Pfützen fahren wir zurück zur Unterkunft. Es regnet immer noch. Michael sieht unten am Strand ein paar Surfer im Wasser und gesellt sich zu ihnen. Aber bereits nach einer halben Stunde ist er schon wieder zurück, es hatte nur Close-outs, das macht kein Spass. Unsere Wäsche wollte partout nicht trocknen (wen wundert’s) und wir müssen sie in eine Laundry bringen (Kosten 77 Rand). Michael bringt auch gleich noch sein Surfbrett zurück. Unsere Zimmernachbarn hatten uns heute morgen das Restaurant „Lookout Deck“ empfohlen und so fahren wir nach erneutem Kleiderwechsel in der Unterkunft (so schön wieder saubere trockene Wäsche zu haben😄) los. Wir kriegen einen Sitzplatz zwar drinnen, aber mit Blick auf die Lookout Beach und weiter zum Keerboumsstrand. Michaels Prawns-Teller und seine BBQ-Spare-Ribs sind gut, meine Pasta etwas weniger, man hätte hier wohl Fisch nehmen sollen. Als wir zum Parking zurückkkehren, fragt uns die Parking-Lady nach Zündhölzer und da wir keine haben, möchte sie gerne mit uns rauf in die City fahren, was wir gerne tun. Wir fahren sogar noch einen kleinen Umweg um sie da aussteigen zu lassen, wo sie hinwill (nicht ins Township, keine Sorge😉). Zurück im „Dolphins Playground“ geht es dann ab ins Bett in der Hoffnung auf besseres Wetter morgen.